Programm
Fr, 1. 10. 2010
An Opera, 2010
URAUFFÜHRUNG
Konzept: Gregg Bordowitz, Paul Chan Regie & Libretto: Gregg Bordowitz Darsteller: Siegmar Aigner, Alexander Braunshör, Dietmar Bruckmayr, Mara Mattuschka, Moravia Naranjo Originalkostüm: Paul Chan Kostümdesign: Kristine Woods
The History of Sexuality Volume One by Michel Foucault: An Opera ist der erste Teil eines Work-in-Progress, das eine musikalisch-dramatische Form aufgreift, um die Hauptthemen und philosophischen Erkenntnisse eines der bedeutendsten Philosophen des späten zwanzigsten Jahrhunderts zu inszenieren. In dieser Adaption von Michel Foucaults großem Werk wird der Philosoph einem Studenten, zwei Rivalen und einem Erzfeind begegnen – vielleicht sind sie alle Gespenster. Um die epochale Theorie der Selbstemanzipation, Foucaults einzigartiges Erbe, zu inszenieren, erfordert es nichts Geringeres als eine große Oper. Die Performance entwickelt sich vor dem Hintergrund biografischer Details aus Foucaults Leben wie beispielsweise seines aktivistischen Engagements für die Rechte von Gefangenen und seines Todes an AIDS.
Ehrlich gesagt – eine auf philosophischen Büchern beruhende Oper ist natürlich lächerlich. Und doch bietet die Oper eine Möglichkeit, Ideen auf emotionale Weise zu erfahren. Vielleicht können wir durch die Oper die Bedeutung und die weiterhin bestehende Relevanz von Foucaults Ideen entdecken. Indem wir Foucaults Werk Sexualität und Wahrheit in eine Performance fassen, verleihen wir den Worten in Pose und Stimme einen Körper. Gestik und Haltung werden vergrößert, Bedeutungen verstärkt. Diese Fassung für Wien ist ein Fragment des Gesamt-Epos, für das in Zukunft alle drei Bücher als Oper verwirklicht werden sollen.
Produktion: Tanzquartier Wien in Kooperation mit MUMOK Koproduktion: Tate Modern London
Einführungen zu den Veranstaltungen
Fr 1. Okt. + Sa 2. Okt. 19.45 h in TQW / Studios (Eintritt frei)

Am SA 2. OKT. um 18.00 h wird in den TQW / Studios die preisgekrönte Experimentalfilm-dokumentation Fast Trip Long Drop gezeigt. Der Filmemacher Gregg Bordowitz wird nach dem Film für Fragen zur Verfügung stehen.
Eintritt frei
Fast Trip Long Drop 1993, 53 minutes
Im Frühjahr 1988 wurde der Filmemacher und Aktivist Gregg Bordowitz HIV-positiv getestet. Daraufhin hörte er auf zu trinken und Drogen zu nehmen und outete sich bei seinen Eltern als homosexuell. Die imaginative autobiografische Dokumentation setzt mit der Untersuchung dieser Ereignisse und des sie umgebenden kulturellen Klimas an. Während der Arbeit am Filmskript wurde bei einer engen Freundin Brustkrebs diagnostiziert, und seine Großeltern kamen bei einem Autounfall ums Leben. Die kumulative Schockwirkung dieser Ereignisse veränderte nicht nur sein Identitätsbewusstsein, sondern auch das Verständnis seiner eigenen Diagnose und der Beziehungen zwischen Krankheit und Geschichte.
Gregg Bordowitz ist Autor, AIDS-Aktivist und Film- und Videomacher. Seine Arbeiten, u.a. Fast Trip, Long Drop (1993) und Habit (2001) sind Dokumente seiner persönlichen Erfahrungen und seines Lebens mit HIV-positiv Diagnose im Kontext einer persönlichen wie globalen Krise. Seine Schriften sind gesammelt in The AIDS Crisis is Ridiculous and Other Writings:1986-2003. Er ist aktuell Mitglied der Fakultät für Film, Video und Neue Medien an The School of the Art Institute of Chicago.
Tickets: Normalpreis 18 € (Ermäßigungen hier)
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