Über Uns

Das Tanzquartier Wien ist ein Haus der Öffnung. Wir interessieren uns für choreografische Prozesse als Operationen ‚am offenen Herzen‘ von Kunst und Gesellschaft. Wir verstehen uns und unsere Arbeit als Ort und Akt der Gastfreundschaft, die das Andere, das Ungewisse und die Lust daran willkommen heißt. Also: Ihre Lust daran! Wir wollen Voraussetzungen und Motivationen schaffen für eine differenzierte, inspirierte und gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Tanz und Performance und laden Sie ein zum gemeinsamen Erleben und Reflektieren des Choreografischen.

Das Choreografische denkt Choreografie erweitert – als ein körperliches/räumliches/zeitliches Schreib- und Leseverfahren, als performative Spannung zwischen Darstellen und Ausstellen, ausgedehnt zu und in unterschiedlichen Formen, Medien, Genres. Wir fokussieren die grundsätzliche Kunstformen übergreifende Qualität von Choreografie als eine der verheißungsvollsten zeitgenössischen Denkformen.

Das Tanzquartier Wien weitet den Begriff des Tanzes mit einem Parcours durch die Welt aus, die uns umgibt und anblickt, um Kunstoptik in politische Prozesse und Politisches in künstlerische Prozesse einfließen zu lassen. Wir betrachten unsere Welt mit dem scharfen Blick des zeitgenössischen Tanzes, der wiederum eine präzise Unschärfe der Formen und eine feine Durchlässigkeit der Inhalte erlaubt. Zeitgenossenschaft verstehen wir dabei als kritischen Zeitgenuss. Wir versuchen unsere Zeit choreografisch zum Sprechen zu bringen, um in aller ästhetischen, politischen, sozialen Komplexität die Bewegungen in der Gesellschaft bewegt und bewegend anschaulich zu machen und choreografisch zu reflektieren.

Das Tanzquartier Wien ist eines der maßgebenden Häuser für zeitgenössischen Tanz und Performance in Europa. Seit seiner Gründung im Jahr 2001 produziert, präsentiert, ermöglicht, überdenkt, bildet und experimentiert das Haus gemeinsam mit zeitgenössischen Künstler_innen. Unser Programm verführt Sie und uns, unser Denken und Handeln immer wieder zu hinterfragen. In kritischer Haltung überprüfen wir unser Agieren als Institution, die künstlerische Qualität, die gesellschaftliche Relevanz, und versuchen nachhaltige künstlerische Produktionsprozesse zu entwickeln und zu gewährleisten.

Auf unserem wöchentlich wechselnden Bühnenprogramm stehen Gastspiele und Koproduktionen internationaler Künstler_innen vor Ort und aus anderen Ländern, die wir von September bis Ende April vor allem im Tanzquartier Wien / Halle G und in der Halle E, im Mai und Juni in den Tanzquartier Wien / Studios sowie immer wieder auch im öffentlichen Raum präsentieren. Das tägliche Trainings- und Workshopprogramm bietet professionellen Tänzer_innen Gelegenheit zu Weiter- und Netzwerkbildung. Monatliche Redereihen zu einem jährlich wechselnden, ästhetisch und politisch dringenden Thema gewähren Raum für intensive Auseinandersetzung und Diskussion. Das öffentlich zugängliche Theorie- und Medienzentrum bietet singuläre Forschungsmöglichkeiten mithilfe unserer einzigartigen Bibliothek und Videothek und ab der neuen Saison 2015/16 auch mit unserer Online-Mediathek, die das TQW-Archiv zugänglich macht und ein Forum für die Arbeiten aller in Österreich produzierenden Künstler_innen bietet.

Das Tanzquartier Wien ist europaweit der zentrale Tanz- und Performanceort für das Weiterdenken des Choreografischen in ästhetischer Theorie und künstlerischer Forschung. Die avancierte und kontinuierliche Theoriearbeit setzt historische Konzepte mit aktuellen Denkbewegungen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten in Bezug. Wir untersuchen die Korrespondenz zwischen Körperdiskursen, Philosophie, Politik und Religion, widmen uns ästhetischen und politischen Themen wie der Frage nach dem Mitsein, der Gemeinschaft und anderen – über aktuelle Tagespolitik hinaus.

Angesiedelt im Wiener Museumsquartier, das zu den weltweit größten Kunst- und Kulturarealen zählt, sind Kooperationen mit anderen Institutionen für unser künstlerisches Selbstverständnis wesentlich. Als Motor für eine Weiterentwicklung des Tanzes und der Performance in Österreich und international initiieren und beteiligen wir uns an der Vernetzung von Künstler_innen und Institutionen durch die Etablierung internationaler Projekte, Koproduktionen, Unterstützungssysteme und Informationsarbeit auf struktureller Ebene, etwa mit dem Fördermodell Internationales Netz für Tanz & Performance Austria (INTPA), dem European Dancehouse Network (EDN) oder mit europäischen Kooperationsprojekten wie Modul-dance (2009 – 2014).

Künstlerische Prozesse sind uns wesentlich: Sie werden von uns betreut, unterstützt, initiiert und auch im Risiko begleitet. Wir wollen Künstler_innen fördern und ihre Kunst vermitteln. Dazu schaffen wir geschützte Räume, wo sich Unfertiges formulieren kann, wir setzen gegensätzliche Positionen zueinander in Resonanz, begleiten Arbeitsprozesse in freundschaftlicher Kritik und öffnen sie für Publikum. Offene Enden aufzugreifen, sie weiterzuführen und zwischen Arbeitsprozessen, Produktionen und Öffentlichkeit zu vermitteln, sind zentrale Motivationen für die Kuratierung des internationalen Gastspielprogramms, der Koproduktionen, der Theorie-Reihen, der Künstlerresidenzen, der Workshop- und Vermittlungsangebote, der künstlerisch-theoretische Parcours SCORES sowie für unsere  SCORES-Publikationen.

Wir laden Sie ein zur Teilhabe an einer der spannendsten und zukunftsträchtigsten Kunstformen der Gegenwart, die Zeit, Körper und Räume vibrieren lässt. Mit Ihnen wollen wir unsere Begeisterung und unser Engagement für zeitgenössischen Tanz und Performance teilen!