Editorial März/April 2019

 

Liebes Publikum,
Liebe Künstler*innen,

ein ungetrübtes Verhältnis des Menschen zu „seinem“ – und mit dieser Formulierung beginnt das Problem bereits – Planeten ist heute kaum noch vorstellbar. Wie konnte es so weit kommen? Gibt es eine Chance für einen Neustart, ein Umdenken? Die Zeit drängt, aber schnelle globale Lösungen sind nicht in Sicht. On this Earth – unser Schwerpunkt im März – beschäftigt sich mit den vielfältigen Beziehungen des Menschen zu konkreten Landschaften und Umgebungen und damit verbundenen Fragen und Konflikten. Die künstlerischen Beiträge dazu stammen von Vera Mantero, Gérald Kurdian, Kat Válastur, Michikazu Matsune/Jun Yang und María Jerez. Formal spannt sich dabei ein weiter Bogen von der Lecture-Performance über eine Rauminstallation bis hin zum Tanzstück.

Außerdem zeigen wir im März die neue Arbeit von Krõõt Juurak & Alex Bailey, die sich mit Geschlechterstereotypen in der Kindererziehung auseinandersetzt. Nach dem Schwerpunkt folgen im April drei besonders spannende Künstlerinnen. Den Anfang macht Alexandra Bachzetsis mit der Performance Private Song, die bei der documenta 14 uraufgeführt wurde. Wie schon in Kassel und Athen sind die Plätze limitiert, deswegen unbedingt rechtzeitig Karten für dieses Highlight sichern! Außerdem freuen wir uns, Veza Fernández’ neues queeres Gruppenstück Amadora Llama präsentieren zu können, in dem sich eine Formation von Nonnen, inspiriert von Teresa von Ávila, der Ekstase hingibt. Nach der fulminanten Saisoneröffnung mit Danza y Frontera im Herbst, das zum vierten Teil der Rechercheserie Endangered Human Movements von Amanda Piña / nadaproductions gehört, möchten wir auch den dritten Teil, The School of the Jaguar, nachholen. Dieser setzt sich mit den indigenen Völkern Amerikas auseinander und besteht aus einem Open-Level-Workshop, einem Symposium und der Performance The Jaguar and the Snake. Fünfhundert Jahre nach der Eroberung Amerikas ist es Zeit für die Welt, den Blick auf die Ureinwohner*innen zu verändern, über New Age, Exotismus und Primitivismus hinaus. Damit schließen wir zwei Monate Programm ab und hoffen, neue Perspektiven zu eröffnen!

Bettina Kogler (Künstlerische Leitung & Programm) & Christa Spatt (Programm)

 
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