Editorial März/April 2020

 

Liebes Publikum, liebe Künstler*innen,

in den Monaten März und April erwarten uns Highlights von der französischen Künstlerin und Performerin Anne Lise Le Gac – in dieser Ausgabe auf dem Cover zu sehen –, die uns ein weiteres Mal in ihre absurde Welt aus Material und Textassemblagen katapultiert; von der algerisch-französischen Choreografin Nacera Belaza, deren Stücke einen eigenwilligen, tranceartigen Sog auf das Publikum ausüben; und von Amanda Piña, die mexikanische Tänze aus dem Hochland von Puebla als Ausgangspunkt für eine neue Sichtweise auf Geologie im Kontext des Klimawandels fordert. Außerdem ist im April die italienische Choreografin Chiara Bersani, deren poetisch-subtiles Solo mithilfe der mythologischen Gestalt des Einhorns gesellschaftliche Blickregime unterwandert, in den TQW Studios zu sehen. Kat Válastur schickt das Publikum auf eine Reise durch ein surreales und emotionales Land zwischen den Welten. Ende April wird die von Andrea Maurer kuratierte Performance Passage eröffnet, in der gekonnt Sprache in Szene gesetzt wird – den Anfang der Bespielung macht kein Geringerer als Gerhard Rühm. Anschließend untersucht die Choreografin Alexandra Bachzetsis in ihrer jüngsten Arbeit – gewohnt formal und ästhetisch bestechend – zeitgenössische Bildproduktion. Eine Wiederaufnahme von Florentina Holzingers Produktion TANZ, die zum heurigen Theatertreffen eingeladen ist, war aufgrund der großen Nachfrage nahezu unausweichlich, und wir freuen uns auf die Gelegenheit, die bereits jetzt als Kultstück gehandelte Arbeit erneut zu sehen.

Im Rahmen der Theorie wird es in diesem Monat bei zwei Kooperationen spannend – einerseits werden im neuen Talkformat mit der MUK Salon Différance Kunst und Erregung debattiert, andererseits stellt der neue Interuniversitäre Forschungsverbund Elfriede Jelinek seine Vorhaben vor. Im März hält die russische Philosophin Oxana Timofeeva, eine Expertin auf dem Gebiet der Animal Studies, einen Vortrag. Anfang April ist der Pionier der (deutschen) Männerforschung schlechthin zu Gast: der Kunsthistoriker Klaus Theweleit, dessen wohl bekanntestes Werk „Männerphantasien“ kaum an Aktualität eingebüßt hat und noch heute mit der Präzision überrascht, mit der es Geschlechterstereotype entblößt und diese als Keim jeder faschistoiden Gesellschaft identifiziert.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Bettina Kogler (Künstlerische Leitung & Programm) & Christa Spatt (Programm)

 
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