Editorial Oktober – Dezember 2019

 

Liebes Publikum, liebe Künstler*innen,

mit sehr viel Energie und Freude startet das Tanzquartier Wien in die Saison 2019/2020!

In den kommenden drei Monaten, die dieses Programmheft umfasst, erwarten uns gleich mehrere Stücke, die – man muss es so sagen – Pflicht sind.

Wir beginnen die Spielzeit mit einem neuen Gruppenstück von Florentina Holzinger: TANZ dekonstruiert in gewohnt radikaler Manier mit einem reinen Frauencast zwischen zwanzig und achtzig Jahren die erbarmungslose Praxis des Balletts und dessen Schönheitskult. Auch Doris Uhlich liegt nichts ferner als der genormte Körper. Habitat / Halle E gehört zu den Highlights der kommenden Spielzeit. 120 nackte Menschen erobern die Halle E in einer schamlosen, aber auch schambefreiten Choreografie – ein „Habitat“ voller ungeahnter Lebensformen. Bei der Abschlussparty Flesh Floor am Nationalfeiertag kann auch das Publikum an seiner Schamgrenze arbeiten und (mehr oder weniger) nackt sein Fleisch zum Sound der DJs Doris Uhlich und Boris Kopeinig zum Vibrieren bringen.

Der Themenschwerpunkt word im November beschäftigt sich mit dem vielfältigen Verhältnis, das Tanz und Performance mit Text und Sprache eingehen. Neben neuen Arbeiten von Hannah De Meyer, Christine Gaigg, Andrea Maurer und Jen Rosenblit wird das Thema in einem von den TQW-Theoriekurator*innen Thomas Edlinger, Janez Janša und – neu im Team – Janine Jembere gemeinsam kuratierten und moderierten Roundtable reflektiert.

Ebenso freuen wir uns im November auf eine Kooperation mit dem Festival Wien Modern. Die US-amerikanische Choreografin DD Dorvillier und die in New York lebende Musikerin und Komponistin Zeena Parkins überzeugen mit der minimalistischen Choreografie Danza Permanente und einem anschließenden Konzert von Parkins in der Halle G.

Weiters liegen österreichische Erstaufführungen von internationalen Größen wie Antonia Baehr, Meg Stuart und Jefta van Dinther vor uns. Wer noch gewagter vorgehen will, dem sei unser experimentierfreudiges Format TQW Explore empfohlen. Das Tanzquartier Wien lädt dafür jeweils eine*n Künstler*in ein, dem Publikum einen tiefen Blick in seinen*ihren Werkzeugkasten zu erlauben. TQW Explore im Dezember wird von der französischen Choreografin und Tänzerin Alix Eynaudi gestaltet.

Übrigens kuratieren wir auch Arbeiten männlicher Choreografen! Mit Jefta van Dinthers neuer Arbeit können wir ohne schlechtes Gewissen etwas für die Quote tun – auch wenn es darin wiederum um fünf Frauen geht.

Kommen Sie vorbei, es lohnt sich – word.

Bettina Kogler (Künstlerische Leitung & Programm) & Christa Spatt (Programm)

 

 
Loading