Choreographing Problems

Bojana Cvejić diskutiert mit Janez Janša
Bojana Cvejić (RS/BE)
Theorie
© Tomislav Medak 
Bojana
Cvejić,

geboren in Belgrad, lebt mittlerweile in Brüssel. Seit 1996 ist sie als Regisseurin, Performerin oder Dramaturgin u.a. für und mit Mette Ingvartsen und Xavier Le Roy tätig. Während ihrer Laufbahn hat sie zahlreiche Beiträge in Performancetheorie und Philosophie veröffentlicht.

Neben gemeinsamen Büchern mit Anne Teresa De Keersmaeker oder Ana Vujanović, kuratierte sie Ausstellungen am CCN Rennes oder einen Performanceschwerpunkt in der Tate Modern.

Bojana Cvejić (RS/BE)
Sa24. 
Nov
18 Uhr/
TQW Studios

In englischer Sprache

+++++ Der Vortrag muss krankheitsbedingt leider entfallen. +++++

Mit Choreographing Problems: Expressive Concepts in Contemporary European Dance and Performance (Palgrave, 2015) hat Bojana Cvejić eines der aktuell faszinierendsten Bücher über zeitgenössischen Tanz geschrieben. Darin schlägt sie vor, dass der Tanz selbst denkfähig ist. Diese Form des Denkens unterscheidet sich grundlegend vom repräsentativen Denken, das seit Kant auf Begriffen des Verstehens basiert. Anstatt durch Verstehen und  Erkennen entsteht dieses Denken durch Ausdruck, ein Experiment, in dem ein Problem erschaffen, gestellt und auch gelöst wird. Für den Tanz bedeutet dies, dass sich die Probleme auf Körper, Bewegung und Zeit beziehen müssen, auch wenn keine Bewegung oder lebendige Bewegungsform wahrnehmbar ist – Körper und Bewegung sind in gewisser Weise historische Überbleibsel der Disziplin. Cvejićs Untersuchungen umfassen vor allem Werke von 1998 bis 2008, die von der Kritik gerne als „konzeptueller Tanz“ bezeichnet wurden. Eine abfällige Bezeichnung für die drohende Ausschaltung des tanzenden Körpers. Darunter fallen Namen wie Xavier Le Roy, Eszter Salamon, Mette Ingvartsen, Jonathan Burrows u.a. Natürlich war der Vergleich mit der Konzeptkunst unzureichend, weil in den Arbeiten dieser Künstler_innen Körper und Bewegungen reichlich vorhanden waren bzw. sind. Das Problem liegt also eigentlich woanders: Diese Choreografien zeigen, dass die Quelle des Tanzes außerhalb des Selbst liegen kann, getrennt vom Körper, der als Index des subjektiven Ausdrucks oder als Instrument der Form fungiert. Ihr Ausgangspunkt lag woanders, nämlich darin, Probleme auszudrücken, die die Bindung zwischen Körper und Bewegung unterbrechen oder denaturalisieren.

Bojana
Cvejić,

geboren in Belgrad, lebt mittlerweile in Brüssel. Seit 1996 ist sie als Regisseurin, Performerin oder Dramaturgin u.a. für und mit Mette Ingvartsen und Xavier Le Roy tätig. Während ihrer Laufbahn hat sie zahlreiche Beiträge in Performancetheorie und Philosophie veröffentlicht.

Neben gemeinsamen Büchern mit Anne Teresa De Keersmaeker oder Ana Vujanović, kuratierte sie Ausstellungen am CCN Rennes oder einen Performanceschwerpunkt in der Tate Modern.

 
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