Dance and Energy of Despair

Frédéric Pouillaude
Theorie
 
© Frédéric Pouillaude, Renaud Golo
Frédéric
Pouillaude

wurde in Ballett und zeitgenössischem Tanz ausgebildet und studierte an der École normale supérieure in Paris Philosophie. Er ist seit mehr als zehn Jahren außerordentlicher Professor für Philosophie an der Sorbonne.

Derzeit ist er ordentlicher Professor für Ästhetik an der Universität Aix-Marseille. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Unworking Choreography: The Notion of the Work in Dance, New York 2017, und Représentations factuelles. Art et pratiques documentaires, Paris 2020.

Frédéric Pouillaude
Fr15. 
Jan
18 Uhr/
TQW Studios
Eintritt frei

In englischer Sprache

Reservierungspflicht – Zählkarten ab Januar 2021 im Webshop erhältlich

Die Welt und ihre gegenwärtige Organisation sind sowohl niederträchtig als auch verzweifelt. Meistens nehmen wir ihren skandalösen Zustand nur vage wahr – durch individuelle Trauer, Depression und Wut. In solchen Momenten sind wir so schwach, so bedrückt oder so unorganisiert, dass das Beste, was wir erhoffen können, eine reine Bewegung der individuellen Revolte ist, ein Ausbruch von Zorn und Ablehnung, weit entfernt von einem Projekt oder einer kollektiven Konstruktion. Eigentlich ist das aber schon etwas. Tatsächlich ist es der Schlüsselmoment, ab dem alles andere möglich wird. Lass uns loslaufen und uns gegen eine Betonwand werfen. Lass uns aufstehen und einen Tisch mit unseren Fäusten zerschmettern. Lass uns hochfliegen und auf den Boden stürzen. Was bleibt, wenn wir die Wand, den Tisch und die Härte des Bodens wegdenken? Tanz. Sind diese Bewegungen banal? Geht es nur um Zerstörung und Selbstzerstörung? Trotz des Nihilismus stellen diese einen Übergangspunkt vom individuellen Leiden zum kollektiven Handeln dar. Tanzpraktiken spielen eine entscheidende Rolle bei der Überbrückung individueller Trauer durch kollektive Energie. Hijikata sagte, dass „jeder Aufstand ein Tanz ist“ und dass „jeder Tanz, solange es ein Tanz ist, ein Aufstand ist“. Aber im gegenwärtigen Ausnahmezustand, der zu unserem Gewohnheitsrecht geworden ist, werden wir anstatt zu tanzen leider hauptsächlich darum gebeten, still vor unseren unzähligen Bildschirmen zu sitzen.

Frédéric
Pouillaude

wurde in Ballett und zeitgenössischem Tanz ausgebildet und studierte an der École normale supérieure in Paris Philosophie. Er ist seit mehr als zehn Jahren außerordentlicher Professor für Philosophie an der Sorbonne.

Derzeit ist er ordentlicher Professor für Ästhetik an der Universität Aix-Marseille. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Unworking Choreography: The Notion of the Work in Dance, New York 2017, und Représentations factuelles. Art et pratiques documentaires, Paris 2020.

 
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