Metaverse

Crystallmess, Golin, Anthea, In My Talons, Leon Höllhumer, Antonia XM, Rovan
Party / Konzert / Happening
Crystallmess, Golin, Anthea, In My Talons, Leon Höllhumer, Antonia XM, Rovan
Sa23. 
Okt
ab 21.30 Uhr/
TQW Halle G
Eintritt Frei

Einlass nur mit 2G-Nachweis (geimpft oder genesen)

Line-up:
Crystallmess (NTS Radio)
Golin
Anthea (Release-Konzert XEA)
In My Talons
Leon Höllhumer
Antonia XM (Ashida Park)
Rovan (Dead Mall Radio)

Wir leben im Jahrhundert akzelerierter Gleichzeitigkeit, in der virtuelle Räume und Communities die Grenzen der Wahrnehmung von Simulation, Geotagging und Umwelt fluide werden lassen. Ist es möglich, genau dieses Terrain aus sogenannter Natur, Algorithmen, sozialen Codes, Visualität und Klang zu hacken, um so – folgt man McKenzie Wark – neues Denken in die Welt zu setzen?

Im Anschluss an A Divine Comedy von Florentina Holzinger lädt das TQW ein, diesen accelerating times afk – away from keyboard – nachzugehen, und lässt das Publikum auf künstlerische Positionen treffen, die nicht nur für herausfordernd-schöne Soundwelten stehen, sondern integraler Bestandteil von Praktiken und Denkweisen heterogener Netzkulturen sind.

Zu Beginn bittet Leon Höllhumer, dessen Performances Ausstellungsformate, Fotoshootings und Jam-Sessions miteinander kollidieren lassen, zu einem interventionistischen Sektempfang. Begleitet wird er dabei von Ingrid Dorfinger, Madeleine Nostitz, Daniel Rajcsanyi, Philipp Pess und Karolina Preuschl.

Kurz danach wird Rovan von Dead Mall Radio in einem Set digitale Oberflächen vibrieren lassen, bevor Anthea das Release-Konzert ihrer Debüt-EP spielen wird. In XEA lässt Wiens größte Hyperpop-Hoffnung Genregrenzen und Pop-Klischees hinter sich und erschafft autofiktionale Klanglandschaften, durchdrungen von metaphorischer Sprache und einzigartiger visueller Sensibilität.

Auch In My Talons’ eklektizistische Live-Sets scheuen sich nicht vor großen Gesten oder Pathos. In ihnen verwebt der Musiker und Künstler Florian Pfaffenberger verzerrte Chorstimmen mit klaustrophobischen Synths oder Grime-Vocals mit Akkustikfrakturen zu offenen Soundflächen, in denen sich medialer Informationsüberfluss und Clickbait-Culture widerspiegeln.

Detailverliebte synthetische Kompositionen, ätherische Vocals in Form von euphorischen J-Pop-Halluzinationen, inspiriert von Anime-Serien-Soundtracks: Unter grellen Stroboskopeffekten entstehen die cineastischen Auftritte der in Amsterdam lebenden Musikerin und Performancekünstlerin Golin, die zum ersten Mal in Wien auf einer Konzertbühne stehen wird.

Der konzeptionelle Ansatz für Produktion, DJing und Performance der Künstlerin Christelle Oyiri aka Crystallmess verbindet Polyrhythmik mit Afrofuturismus. In den Sets von Crystalmess verflechten sich Schnipsel aus Techno-Rhythmen, Dancehall und Hip-Hop-Samples mit Kitsch und Kritik zu einer globalisierten und diasporischen Soundästhetik für eine künftige Clubmusik.

Zum Schluss wird Ashida-Park-Co-Labelhead Antonia XM extreme Tempi und Stofflichkeiten zu einem ihrer opernhaften Mixes verschränken, bei denen Gabbertracks auf dunklen Ambient, Achterbahn-Donk oder RnB-Vocals treffen und somit den Clubraum zu einem fast utopischen Raum transformieren, in dem unsere Kognition durch Transgression geschärft und eine neue Form des Zusammenlebens imaginiert werden kann.

 
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