Nackte Viele

Beobachtungen zur Kollektivität bloßer Körper
Kai van Eikels
Theorie
© Kai van Eikels 
Kai
van
Eikels

ist Philosoph, Theater- und Literaturwissenschaftler. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. Kollektivität und Politiken der Partizipation; Synchronisierung, Zeit und Materie; Kunst und Arbeit; Serie und Serialität in verschiedenen künstlerischen Disziplinen; das Workshop-Format und Practice-Konzepte in zeitgenössischem Tanz und Performance.

Nach Gastprofessuren an der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Universität Hildesheim und der FU Berlin lehrt er derzeit an der Ruhr-Universität Bochum. Publikationen finden sich auf seiner Academia-Seite und auf seinem Theorieblog.

Kai van Eikels
Sa26. 
Okt
18 Uhr/
Kunsthalle Wien

Moderiert von Janez Janša. Moderator und Vortragender sind nackt.

In englischer Sprache

Manchmal verstehen unsere Körper es, sich in einer Menge zu kollektiven Bewegungen zu organisieren, manchmal nicht. Mal sind wir entspannt und selbstsicher, wenn wir auf einem öffentlichen Platz durcheinander hindurchströmen, Nachbar*innen kaum beachtend. Mal sind wir in einem Club, jede*r für sich tanzend und doch alle indirekt verbunden durch den Beat, die schweißige Hitze, die Erregung, die sich wie etwas Geteiltes anfühlt, selbst wenn keine*r wirklich weiß, was die anderen fühlen. Hier rasten wir aus in einer Massenpanik, die Hunderte verletzt und Dutzende tot zurücklässt, obwohl das niemand gewollt hat.

Schon kleine Abweichungen vom Normalen können offenbar enorme Veränderungen im Verhalten von Mengen bewirken, zum Guten oder zum Schlechten. In Verhaltensforschungsexperimenten erhielten Einzelne inmitten zahlreicher Menschen, die ungeordnet herumspazierten, farbige Kappen, und sofort begannen andere, ihnen zu folgen und sie auf den Status von Leadern zu erheben. Was passiert, wenn ein paar von vielen herumspazierenden Leuten nackt sind? Was, wenn die Zahl der Nackten steigt, bis diese womöglich die Mehrheit bilden? Wie beeinflusst Nacktheit die Selbstorganisation von Menschenmengen? Hat Nacktheit ein politisches Potenzial – nicht nur ein symbolisches, das die Freizügigkeit „unverklemmter“ Geister ausdrückt, sondern ein materielles: Werden unsere bloßen Körper anders kommunizieren und sich in ein anderes „Zusammen“ finden?

Kai
van
Eikels

ist Philosoph, Theater- und Literaturwissenschaftler. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. Kollektivität und Politiken der Partizipation; Synchronisierung, Zeit und Materie; Kunst und Arbeit; Serie und Serialität in verschiedenen künstlerischen Disziplinen; das Workshop-Format und Practice-Konzepte in zeitgenössischem Tanz und Performance.

Nach Gastprofessuren an der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Universität Hildesheim und der FU Berlin lehrt er derzeit an der Ruhr-Universität Bochum. Publikationen finden sich auf seiner Academia-Seite und auf seinem Theorieblog.

 
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