The Labour of the Performance Artist

Bojana Kunst
Theorie
© Jana Mila Lippitz 
Bojana
Kunst

ist Professorin am Institut für angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland. Sie ist verantwortlich für das internationale Masterprogramm Choreographie und Performance.

 

Ihre zentralen Forschungsinteressen sind die Problematik des Körpers in zeitgenössischer Performance, Theater und Tanz, Gender Studies, Philosophie des Körpers, Kunst und Technologie, Kunst und Wissenschaft, Theater und Tanzwissenschaft sowie Repräsentation zeitgenössischer Identitäten.

kunstbody.wordpress.com

Bojana Kunst
Fr22. 
Nov
18 Uhr/
TQW Studios
Eintritt frei

Der Vortrag wurde im Rahmen des von Lisa Hinterreithner initiierten Labors down to earth – lying around – a very gentle strike eingeladen.

Der künstlerischen Tätigkeit haftet etwas an, das die unmittelbare Verbindung von Wert und Arbeit unterläuft. Man kann es kurz beschreiben als einen Überfluss an Ruhe, eine verschwenderische Tendenz, eine Passivität, die gleichzeitig exzessive Produktion bedeutet. Diese Fülle kann eine starke Ermächtigung im Prozess des Lebens eröffnen und Bestätigung liefern für Kreationen abseits kapitalistischer Prozesse der Wertschöpfung und der Sozialisierung. Die Nähe von Kunst und Kapitalismus wurde in den letzten Jahren besonders aus dem Blickwinkel der Nähe zwischen künstlerischer und postfordistischer Arbeit analysiert. Künstler*innen werden dabei aufgrund ihrer sprachlichen und kreativen Fähigkeiten, die im Zentrum ihrer aktuellen Ausbeutung stehen, als Modell zeitgenössischer Arbeiter*innen gesehen. Allerdings liegt der Grund für die Nähe nicht nur in der sozialen Transformation von Arbeit (Kreativität steht im Zentrum der Produktion), sondern kann klar in Bezug gesetzt werden zur materiellen Qualität des künstlerischen Arbeitens: Es gibt etwas in der Neigung, dem Gewicht, der Zeitlichkeit und der Materialität der künstlerischen Werke, das die Nähe zwischen künstlerischer Arbeit und zeitgenössischen Arbeitsformen bedingt. Künstler*in zu sein ist nicht nur wegen der Kreativität, der prekären Situation und der sich verschlechternden Work-Life-Balance ein Modell für zeitgenössische Arbeiter*innen, sondern es geht auch um etwas anderes.

Die Lecture möchte zeigen, wie künstlerische Arbeit wieder sichtbar wurde, weil es so viel idiotische, verschwenderische, repetitive, passive Arbeit im Kern des zeitgenössischen Kapitalismus gibt, die, um sich zu erhalten, kontinuierlich Wert schöpfen muss, sogar aus bedeutungs- und nutzlosen Handlungen.

Im Anschluss Publikumsgespräch. Moderation: Sabine Marte

Bojana
Kunst

ist Professorin am Institut für angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland. Sie ist verantwortlich für das internationale Masterprogramm Choreographie und Performance.

 

Ihre zentralen Forschungsinteressen sind die Problematik des Körpers in zeitgenössischer Performance, Theater und Tanz, Gender Studies, Philosophie des Körpers, Kunst und Technologie, Kunst und Wissenschaft, Theater und Tanzwissenschaft sowie Repräsentation zeitgenössischer Identitäten.

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