Groteske Körperlichkeiten

Karin Harrasser (AT) / Adam Harper (GB)
Vorträge
Karin Harrasser (AT) / Adam Harper (GB)
Karin
Harrasser

ist Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz. Auf das Studium der Geschichte und der Germanistik folgten die Dissertation an der Universität Wien und die Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin. Neben ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten war Karin Harrasser an verschiedenen kuratorischen Projekten beteiligt, z. B. in der NGBK Berlin, auf Kampnagel Hamburg, im TQW. Gemeinsam mit Elisabeth Timm gibt sie die Zeitschrift für Kulturwissenschaften heraus. In ihrer letzten Publikation, Prothesen. Figuren einer lädierten Moderne (2016), nimmt sie die Prothese als ein höchst unterschiedliche Wissensgebiete tangierendes Phänomen in den Blick.

Adam
Harper

ist Musikkritiker und schreibt für Frieze, The Wire, The FADER und Resident Advisor. Sein Buch Infinite Music: Imagining the Next Millennium of Human Music Making erschien 2011 bei Zero Books und gilt als Antwort auf Simon Reynolds’ Bestseller Retromania, in dem dieser davon ausgeht, dass Pop nur noch aus Konserven schöpft. Adam Harper schreibt und lehrt auch an der City and Goldsmiths University of London.

Fr02. 
Feb
18 Uhr/
TQW Studios

Karin Harrasser: Cheetah legs, Löwenfüße und Hummerscheren. Über Prothesen und die Wertschätzung des Unvermögens

Karin Harrasser widmet sich unterschiedlichen Über- und Unterschreitungen des organischen Menschen am Beispiel von Prothesentechnik. Sie fragt zudem nach den politischen Implikationen von (technischen) Transformationsnarrativen und danach, ob nicht technische Körpermodifikationen trotz ihrer Spektakularität einen Hang zum Konservativen haben. Mit Denkanlässen aus der Medizingeschichte der Prothetik und aus der vielfältigen künstlerischen Beschäftigung mit dem Thema wird eine Perspektive entwickelt, die den prekären Status technisch modifizierter Körperlichkeit betont, skeptisch gegenüber „self-fulfilling prophecies“ transhumanistischer Technofantasien ist, aber an technikfreundlichen feministischen Positionen festhält.

 

Adam Harper: Permutations of the Body in Electronic Music Imagery

Es ist nichts Neues, dass sich die Körper in den Bildern und Videos der Independent- und Undergroundmusik in ihren Repräsentationen vom Mainstream abheben. Auch ihr Bewegungskanon ist oft außergewöhnlich. Mit dem wachsenden Interesse an digitalen Welten und anderen Prismen der Moderne auf diesem Gebiet kommen Metaphern zum Vorschein, die schon seit Langem in der elektronischen Musik spuken: der Körper und seine Ausdrucksformen, die das, was wir als „menschlich“ am Körper wahrnehmen, verstärken oder ganz jenseits davon liegen. Diese Körper – von Cyborgs, Androiden, Maschinen und Mutanten – entsprechen nicht der konventionellen Vorstellung von Schönheit und Authentizität wie die, die uns die populäre Musik vorsetzt. Sie sind vielmehr formbar, instabil, prekär, transformiert – aber auch transformativ. Den Blick auf Künstler_innen wie Holly Herndon, Arca, Jesse Kanda, Gaika, Gazelle Twin, Planningtorock und Moor Mother gerichtet untersucht Adam Harper, wie die Differenz zwischen menschlichen Körpern und zwischen menschlichen und nicht menschlichen Körpern, zwischen realen und nicht realen Körpern und zwischen technologischen und organischen Körpern in Musik, Bild und Bewegung aufgelöst wird.

Karin
Harrasser

ist Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz. Auf das Studium der Geschichte und der Germanistik folgten die Dissertation an der Universität Wien und die Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin. Neben ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten war Karin Harrasser an verschiedenen kuratorischen Projekten beteiligt, z. B. in der NGBK Berlin, auf Kampnagel Hamburg, im TQW. Gemeinsam mit Elisabeth Timm gibt sie die Zeitschrift für Kulturwissenschaften heraus. In ihrer letzten Publikation, Prothesen. Figuren einer lädierten Moderne (2016), nimmt sie die Prothese als ein höchst unterschiedliche Wissensgebiete tangierendes Phänomen in den Blick.

Adam
Harper

ist Musikkritiker und schreibt für Frieze, The Wire, The FADER und Resident Advisor. Sein Buch Infinite Music: Imagining the Next Millennium of Human Music Making erschien 2011 bei Zero Books und gilt als Antwort auf Simon Reynolds’ Bestseller Retromania, in dem dieser davon ausgeht, dass Pop nur noch aus Konserven schöpft. Adam Harper schreibt und lehrt auch an der City and Goldsmiths University of London.

 
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