Theorie/Vortrag 
Luca Di Blasi (CH)

Warum die Wut – und warum sie übersehen wurde

Luca di Blasi
Luca Di Blasi

studierte Germanistik und Philosophie an der Universität Wien. Er promovierte 2001 im Fach Philosophie an der Katholischen Universität Eichstätt und habilitierte 2015 im Fach Religionsphilosophie an der Universität Bern. Seit 2014 lehrt er dort Philosophie, seit 2018 leitet er das Teilprojekt Disagreement Between Religions. Epistemology of Religious Conflicts. Er ist assoziiertes Mitglied am ICI Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Religionsphilosophie und politische Theologie sowie Medien- und Kulturtheorie.

Veröffentlichungen (Auswahl): Dezentrierungen. Studien zur Religion der Philosophie im 20. Jahrhundert (Wien: Turia + Kant, 2018); Der weiße Mann. Ein Anti-Manifest (Bielefeld: transcript, 2013); The Scandal of Self-Contradiction: Pasolini’s Multistable Geographies, Subjectivities, and Traditions (hg. mit M. Gragnolati und C. F. E. Holzhey, Wien: Turia + Kant, 2012); Cybermystik (Hg., München: Fink, 2006); Der Geist in der Revolte. Der Gnostizismus und seine Wiederkehr in der Postmoderne (München: Fink, 2002).

Warum die Wut – und warum sie übersehen wurde

Mit dem Aufstieg des Rechtspopulismus steht die sogenannte „kulturelle Linke“ in der Kritik: Sie habe zu lange zu viel Aufmerksamkeit auf die Kategorien Race, Sex und Gender gerichtet und dabei soziale Probleme vernachlässigt. Dies legt nahe, dass das Problem gelöst wäre, wenn die „Klasse“ wieder stärker in den Vordergrund gerückt würde. Das Problem liegt aber tiefer: Es besteht darin, dass Klasse und Stand, Verteilungs- und Anerkennungskonflikte wie durch einen Riss voneinander getrennt sind. Dadurch konnte das spezifische Problem jener so lange unberücksichtigt bleiben, die in beträchtlichem Maße Rechtspopulist_innen ihre Stimmen gegeben haben: die „bedrohten Mehrheiten“ (Ivan Krastev) und, insbesondere in den USA, die abgestiegenen oder abstiegsbedrohten weißen Männer (und Frauen). Der Vortrag setzt sich mit diesem Riss auseinander und will zeigen, wie nur durch eine (im Sinne Slavoj Žižeks) parallaktische Beachtung von Klasse und Stand/Anerkennung die spezifische „Wut“ vieler weißer Männer begriffen und politisch angemessen adressiert werden kann.

Luca Di Blasi

studierte Germanistik und Philosophie an der Universität Wien. Er promovierte 2001 im Fach Philosophie an der Katholischen Universität Eichstätt und habilitierte 2015 im Fach Religionsphilosophie an der Universität Bern. Seit 2014 lehrt er dort Philosophie, seit 2018 leitet er das Teilprojekt Disagreement Between Religions. Epistemology of Religious Conflicts. Er ist assoziiertes Mitglied am ICI Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Religionsphilosophie und politische Theologie sowie Medien- und Kulturtheorie.

Veröffentlichungen (Auswahl): Dezentrierungen. Studien zur Religion der Philosophie im 20. Jahrhundert (Wien: Turia + Kant, 2018); Der weiße Mann. Ein Anti-Manifest (Bielefeld: transcript, 2013); The Scandal of Self-Contradiction: Pasolini’s Multistable Geographies, Subjectivities, and Traditions (hg. mit M. Gragnolati und C. F. E. Holzhey, Wien: Turia + Kant, 2012); Cybermystik (Hg., München: Fink, 2006); Der Geist in der Revolte. Der Gnostizismus und seine Wiederkehr in der Postmoderne (München: Fink, 2002).

27.06.
Mi
18 Uhr
27.06.
Mi
18 Uhr
TQW Studios
Eintritt frei
 
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