Where is queer performance coming from?

Andrea B. Braidt und Christiane Erharter über S_P_I_T_
Jakob Lena Knebl © Georg Petermichl 
Andrea B. Braidt und Christiane Erharter über S_P_I_T_

Where is queer performance coming from? [1]

 

Der erste Abend des Queer Performance Festival Vienna mit dem Titel S_P_I_T_ startet mit einem Sektempfang und einem Artist-Talk mit den Künstler_innen, die am nächsten Tag auftreten.[2] Die Stimmung ist gut, die meisten Leute im Publikum kommen aus der Wiener Queerszene und kennen einander. Personell gibt es auch in Festivalorganisation und -programm viele Überschneidungen mit anderen Clubs und Formaten: Die Kuratorin des Festivals, Denise Kottlett, ist auch Gastgeberin der Performanceshow Studio Kottlett auf dem Wiener Fernsehsender Okto TV. Die Koorganisatoren des S_P_I_T_-Festivals, Guilherme Pires Mata und Markus Pires Mata, gehören in ihren Rollen als Theoretiker und Liveperformer zum fixen Ensemble des Studio Kottlett. Ebenso die Moderatorin des Festivals, Stefanie Sourial, die im Studio Kottlett die Bar macht. Sie tritt auch regelmäßig beim von Denice Bourbon und Josef Jöchl organisierten PCCC* – einem queeren Stand-up-Comedy-Club im WUK – auf. Bei der letzten Ausgabe des Political Correct Comedy Club hatte auch Veza Fernández einen Gastauftritt. Kottlett, Sourial und Bourbon wiederum waren Teil des von Katrina Daschner organisierten legendären CLUB BURLESQUE BRUTAL. Sourial stellt Denise Kottlett in Superlativen vor und ordnet das Festival in eine Chronologie ein, die 2014 mit der Organisation des ersten queeren Performance-Events im Kosmos Theater (von Kotlett und Bourbon durchgeführt) beginnt.

Warum dieses so kurze Geschichtsbewusstsein, haben sich sicherlich auch einige im Publikum Anwesende gefragt. Warum nicht das S_P_I_T_-Festival in einer Geschichte verorten, die viel früher beginnt, sagen wir Ende der 1980er-Jahre mit den Performances von Angela H. Scheirl und Ursula Pürrer, später dann die H.A.P.P.Y-Events, Aktionen von maiz, die Ladyfest-Bewegung, Clubs des DJ-Kollektivs quote, der Salon Lady Chutney, SV Damenkraft, CLUB BURLESQUE BRUTAL, um nur einige zu nennen. Auch der Anschluss an die bildende Kunst und ihre Performancetradition in Wien und Österreich – von VALIE EXPORT bis Elke Krystufek sowie Publikationen wie zum Beispiel „Let’s twist again“ von Stefanie Seibold und Carola Dertnig – ist sicherlich ein Kontext, den herzustellen nicht nur sinnvoll wäre, sondern auch die Einzigartigkeit und das Verdienst von S_P_I_T_ besser sichtbar machen würde: Kaum noch war ein Performancefestival – queer oder nicht – so programmatisch intersektional, war die Repräsentation von Positionen of Color durch People of Color so ambitioniert und darin erfolgreich. Etwas mehr Kontext und Geschichte – im Feature der Hosts wie auch im Publikumsgespräch – hätte so die Einzigartigkeit von S_P_I_T_ expliziter werden lassen. Umso mehr, als das Alter der Festivalbesucher_ innen wesentlich weniger divers war als ihre Ethnicity.

Um den bewussten Umgang mit Geschichte geht es aber in der ersten Performance, die ich an diesem Abend sehe. Sie ist von Bassano, und in ihrem Zentrum steht ihre Vagina. In einem installativen Setting sitzt sie in warmes, rotes Licht getaucht, hält die zur Raute geformten Hände schützend über ihre Vagina und reicht der Zuhörerin die Kopfhörer. In diesem intimen Rahmen – nur eine Besucherin pro Performance wird empfangen – bringt sie ihre Vagina zum Klingen. Ein eingeführtes Mikrofon nimmt das Signal auf, das auf einem kleinen Monitor auch visualisiert wird. Über einen Laptopmonitor laufen die Sinuswellen einer zweiten Tonspur. Es ist ein von der Künstlerin eingesprochener Text über ihre Vagina und die vielen verschiedenen Eigenschaften und Zuschreibungen, die dieses Organ auszeichnen: seine Stärke und Verletzlichkeit, Lustempfinden, Begehren, Gewalterfahrung, Funktionalität. Der Text legt sich über die Geräusche der Vagina, die durch das Zusammenziehen der Beckenbodenmuskulatur – ich muss an mein Mula und Uddiyana Bandha denken – verstärkt werden. Wie klingt die Vagina? Sie gluckst, quietscht, pulsiert, es hört sich ein bisschen wie unter Wasser oder beim Gebärmutterultraschall an. Anschließend soll ich aus einem Häufchen gefalteter Zettel einen Text auswählen. Bassano erzählt mir also die Geschichte einer Frau, die 1978 in Frankreich einen Arzt wegen einer Zwangsabtreibung – einer gängigen Praxis der ehemaligen Kolonialmächte – vor Gericht bringt.[3] Die Künstlerin will auf die Nichtlinearität von Geschichte aufmerksam machen und fragt, welcher Feminismus an Wiener Universitäten gelehrt wird, auf welche Geschichten sich Feminist_ innen und Queers in Wien beziehen. Als Zeichen der Verbundenheit mit diesen Frauen und ihren Geschichten wickelt sie jeder/m Besucher_in einen roten Faden um den Finger und verknüpft sie so.

Ich kann die Performance leider nicht sehen, weil mein zugewiesener Slot am nächsten Abend sich mit der ersten Performance des Programms überschneidet. Schade, aber das sind die Effekte eines dichten zweitägigen Festivals, man kann einfach nicht alles mitbekommen und geht auch beglückt heim mit dem Gefühl, so viel gesehen und doch noch viel mehr auch verpasst zu haben. I like it.

Denise Kottlett macht sich in ihrer Performance Spucke Teil 3 auf die Suche nach verschiedenen Gesten des Spuckens. Zuerst sortiert sie drei Säcke Kartoffeln – die paradigmatische koloniale Frucht, deren Import nach Europa Industrialisierung und Imperialismus ermöglichte und viele Hungersnöte linderte. Mitten in diesem kontemplativen Akt springt sie auf, reißt sich die Kleider vom Leib und führt einen hysterischen Tanz auf. Diese Zuckungen wurden scheinbar von einer projizierten Spinne in übermenschlicher Größe ausgelöst. Daraufhin verfällt sie, angesichts eines auf einer Staffelei befestigten Posters, in Trance. Es zeigt eine von Pflanzen umrankte Frauenfigur in langem Kleid mit Katzenkopf und die Bildunterschrift „A Garland For May Day Dedicated To The Workers Of The World And The Defenders Of The Earth“. Nicht Spucke, sondern Wasser, das sie aus einer Schüssel trinkt, landet ausgeprustet auf diesem  Poster. Es ist nicht klar, zu welchem Zweck: Spuckt sie auf das Bild oder tauft sie es?

Die Rätselhaftigkeit der Performance hat ihren Ursprung weniger in der zu komplexen Verdichtung ihres Materials als in der Ambivalenz ihrer Umsetzung. Woher kommt die Persona, die hier auftritt, wohin will sie? Woher kommt die Wut, und in welchem Verhältnis steht sie zum projizierten Insekt? Wird sie eins mit ihm oder ist sie sprichwörtlich von der Tarantel gestochen? An einem Höhepunkt der Rage stampft sie auf die Kartoffeln ein – deren Rolle sich auch nicht gänzlich erschließt – und führt vollends ins Enigma: Ist es tatsächlich der Signifikant des kolonialen Imperialismus, des Kapitalismus, der hier mit Füßen getreten wird?

Veza Fernández hat ihrer Performance – in Anlehnung an Carrie Brownsteins Autobiografie – den Titel hunger makes me a modern girl gegeben. Sie räkelt sich auf einer weißen Kuscheldecke, die sie im Lauf der Performance auch als Umhang verwendet. Zu stimmungsvoller elektronischer Musik, die von Aphex Twin sein könnte, beginnt sie, sich Finger und Zehen zu lecken. Mich turnt das an, ich würde ihr sofort die Zehen lecken, aber traue mich doch nicht. Später steckt sie sich die Faust in den Mund. Assoziationen zu Fistingszenen werden geweckt.

Bemerkenswert ist die Mimik der Performerin. Ihr Blick ist irgendwie alt und weise, stechend, zärtlich, sexy und urteilend, alles zugleich und darin unergründlich. Die dezidiert gesetzten Gesten – an einem Punkt offeriert sie ihren geöffneten Mund als Gefäß für das, was aus dem Publikum kommen könnte – gehören zu den risikoreichsten Momenten des gesamten Festivals. Fernández setzt sich ein und aus, kommt nah ans Thema der Spucke als so wesentliche Körperflüssigkeit und besticht durch ein Zusammenbringen aller Komponenten des Performativen: Körper, Musik, Licht, Kostüm und Requisit. Zum Schluss lädt sie ein paar Zuseher_innen zum Kuscheln unter die Decke ein. Die angedeutete Orgie, in der die Performance zu münden scheint, beschwingt das Publikum für die Pause.

Nach der Pause: Nach dem Körper kommt die Sprache. Maurício Ianês reversiert das Spucken und schluckt: rote Farbe, die an seiner Zunge haften bleibt und mit der er auf weißes Papier jene Worte schreibt, die Publikumsmitgliedern „als Erstes“ in den Sinn kommen. Der Sinnzusammenhang bleibt selbstverständlich aus, doch die Sinnhaftigkeit des Performativen entsteht aus der Iteration des Prozesses. Das wiederholte Schlucken führt zu körperlichen Konvulsionen der Kehle, forciertem Ausspucken von Farbtupfern, den Performer „reckt“ es – und mimetisch fast reagiere ich mit einem Räuspern, will ausspucken, „clear the throat“, stelle mir diese unangenehme Farbe vor und bin im Thema. Spuck es aus, das Wort, das dir als Erstes in den Sinn kommt, in Blutrot, aufs Papier! Nach dieser Herausforderung kommt das Coaching von Jakob Lena Knebl gelegen. In der letzten Performance des Abends steigt sie in den Ring, in der Rolle der Vermittlerin, Mentorin, TED-Talkerin, Supervisorin und Coachenden. Von wem? Na, von der queeren Szene natürlich! Wie sie sagt, könnten deren unausgesprochene und unausgefochtene Differenzen doch mal mit einem ordentlichen Coaching angegangen werden. Aber Knebl bringt auch ein Geschenk mit: den Musiker Philip Piller, der mit Falsettstimme Pophits und Eigenkompositionen vorführt („I kissed a boy and I liked it“) und wohl die eigentlichen Adressat_innen des Coachingangebots besänftigen soll. Piller wird von Knebl in die queere Szene eingeführt und von den Anwesenden willkommen geheißen. Knebl wählt in schlafwandlerischer Sicherheit ihre spontane Rede mit Bedacht. Der Witz führt die Versprecher vor das Licht und bietet somit einen ironischen Bruch mit dem psychologischen Input.

Der erste Abend klingt mit einer Party aus. Markus Pires Mata, Koorganisator des Festivals, alias DJ das _em trägt ein T-Shirt der Band X-Ray Spex, eine meiner absolut liebsten (Post-) Punkbands. Ich habe sogar eine meiner Radiosendungen in Anlehnung an ihren Albumtitel „Charm Free Adolescence“ genannt. Sängerin Poly Styrene wurde als eine der wenigen Frauen zur Ikone des Postpunk und gilt auch heute als wichtige Referenz für die queere Szene. Bereits 1976 besang sie in dem Lied „Identity“ dieselbe als Krise, darin geht es um Selbstund Fremdwahrnehmung und um eine Kritik der von Medien manipulierten Images einer Person. Vielleicht war gewissermaßen das T-Shirt von Pires Mata die programmatischste Ansage dieses ersten Abends.

Am zweiten Abend startet Enesi M. Caixeta das Programm. Sie schreitet durch den Raum und trägt dabei ihre Gedichte vor. Am Vorabend im Artist- Talk hat sie von den Differenz- und Gewalterfahrungen während ihres Aufwachsens als Person of Color und Tochter zweier Theologinnen in Oberösterreich berichtet. Diese ausgeführte biografische Notiz bildete auch den Backdrop für das vorgetragene lyrische Werk, die Worte schwarz auf weiß projiziert, mit ausgesprochener Verve, Rhythmus, Musikalität vorgebracht. Walking the line, square, bedächtig, poetisch. Danach präsentieren die Teilnehmer_innen des Workshops von Maurício Ianês ihre Ergebnisse: Es heißt back to the roots der Queer Theory, zurück zum Kapitel „Critically Queer“ aus Butlers „Bodies that Matter“ (1994) in der Paraphrase von Paul B. Preciado (als Toneinspielung). Die Hervorbringung des queeren Subjekts als Effekt der Appellation durch die Beschimpfung: „Insult and the making of the gay self“, wie Didier Eribon das bekannte Prozedere in einem gleichnamigen Buch beschrieben hat. Die Workshopteilnehmer_ innen präsentieren Beleidigungen und führen die Aneignung vor – das alles endet wieder in einer, diesmal inszenierten, Pausenparty, die vom mittlerweile schweißnassen (nicht spuckigen) Publikum herzlich begrüßt wird.

Ein Programmhighlight ist die Österreichpremiere des Kurzfilms Riot not Diet von Julia Fuhrmann, in dem die Performerin Julischka Stengele eine der Protagonistinnen gibt. Es geht um fette Mädchen, die in Szenen an öffentlichen Orten und in privaten Räumen auf Normen scheißen, dafür ihre Körper feiern und genießen. Der Film spielt mit experimenteller und Musikvideoästhetik und kommt in wunderbar gerotzter Riot-Grrrl-Manier daher. Vor dem Film rotzt Julischka Stengele, im goldenen Plisseekleid, ausdruckslos wie ein römischer Gladiator, in einer „Ich-spuck-auf-euch“- Geste auf die Bühne und geht ab, um für den Film Platz zu machen. Mit dieser kleinen Geste erzielt sie große Wirkung: Sie bringt die Spucke gekonnt auf die Bühne (wir sind ja beim S_P_I_T_-Festival!) und schließt direkt an die Workshoppräsentation an: die Spucke als heftiger Ausdruck der Beschämung. Das Publikum fühlt sich ein ins Bespucken und Bespucktwerden.

Eric Abrogoua präsentiert eine Performance vor einer Zwei-Kanal- Videoinstallation. Die Publikumsbeschimpfung im Sinne einer Vorführung des konstitutiven queeren Momentums demonstrierend, sind in den Videos einerseits die Testimonials von schwarzen Frauen zu sehen, die von ihren Diskriminierungserfahrungen erzählen, andererseits der Künstler als Performer an öffentlichen Orten, differenzierte, diverse Kontexte zur Transpersona seiner selbst auftuend. In seiner Performance zitiert er die Körperlichkeit von Tribal Dance bis Techno. Die Tropik des Studio 2, zu Beginn des Abends von der Klimaanlage in Zaum gehalten, bricht – so sagt das auch Moderatorin Sourial – vollends durch. Und dann wird schlussendlich getanzt (weil wir im Tanzquartier sind, meine ich, schlussendlich …): Mzamo Jama hat mit Mitgliedern des Kollektivs Queer Base eine Voguing-Choreografie erarbeitet, die Teil eines größer angelegten Projekts von Gin Müller ist.[4] Die Verfasserin dieser Zeilen hätte sich inständig die Aufforderung an das Publikum gewünscht, doch bitte mitzutanzen (weil wir im Tanzquartier sind, mein ich), doch so interaktiv wollte man dann doch nicht sein. Die Bezugnahme auf die feministische Kunst der 1970er-Jahre ist für die aktuelle queere Performancekunst formgebend. Allerdings steht nicht mehr die Auseinandersetzung mit dem Körper und seinen Funktionen im Vordergrund, sondern vielmehr die Kritik an politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen und Diskursen sowie an den Parametern, die Identität konstituieren.

Dies mit zeitgenössischen Mitteln der Performance herstellen zu können ist die Erwartung, die ein Festival wie S_P_I_T_ schürt. Und in großen Teilen einhält. Beeindruckend die Interdisziplinarität und Transdisziplinarität des Programms, mit welcher Selbstverständlichkeit die Medien, Techniken und Ausdrucksformen gewechselt und miteinander verschränkt wurden.

Andererseits erstaunt die bereits erwähnte historische Vergessenheit, die sich auch im Fehlen eines kuratorischen Statements zeigt. Worum geht es? Wer wurde warum eingeladen aufzutreten? Worin liegt die Politik der Inklusion (Intersektionalität), und welche Exklusionen nimmt man aber auch in Kauf (denn Exklusionen gibt es – wir wissen es – immer)? Fragen, die unbeantwortet bleiben. Weil sich alle zu kennen scheinen, wird bei denen, die (noch?) nicht dazugehören (und die Coach Knebl in die Szene einführen möchte) zu viel vorausgesetzt (Exklusion). Das moderatorische Konzept, das weniger im Vermitteln von Inhalten als im Anpreisen der weltberühmten (sic!) Performer_innen besteht, hilft hierbei leider auch nicht. An welchen Themen und Fragestellungen die Performer_innen arbeiten, diese Informationen bleiben auch die als Panel-Performances ins Festival integrierten (super Idee!) Artist-Talks weitgehend schuldig.

Dass das TQW als eine der international renommiertesten Kunstinstitutionen im Tanzund Performancebereich dem experimentellen Format des S_P_I_T_-Festivals den Rahmen und die technischen Voraussetzungen bietet, ist der immer noch hohen Produktivkraft von Queer (Performative) Art durchaus angemessen und schreit selbstverständlich nach Fortführung. Einige weitere Körperflüssigkeiten gäbe es ja – ganz im Sinne von Julia Kristevas Theorie des Abjekten – noch auf die Bühne zu bringen.

 

Christiane Erharter Kuratorin und Projektmanagerin, beschäftigt sich mit Popkultur, Musik, bildender Kunst und Feminismus. Bis 2018 Kolumnistin für das feministische Magazin an.schläge, Mitglied des queer-feministischen DJ-Kollektivs quote, Radiosendungen auf Radio Orange und Frei- rad Innsbruck. Ausstellungen und Publikationen: Srebrenica Today (Srebrenica Memorial Hall/Philantropy House); Anna Jermolaewa: Good Times, Bad Times, Verlag für moderne Kunst, Wien; Pink Labor on Golden Streets – Queer Art Practices, Sternberg Press, Berlin; AT YOUR SERVICE – ART AND LABOUR, Fotohof edition, Salzburg.

Andrea B. Braidt Film- und Medienwissenschafterin, arbeitete zu Queer (Film) Theory, feministischer Filmtheorie und -geschichte und Performancekunst. Ihre Monografie Trans-Genus. Gender und Genre im Film erschien bei Schüren (Marburg), 1998 (also vor genau zwanzig Jahren) koorganisierte sie das queere Filmund Performancefestival Celebrating the Cyborg rund um die Welturaufführung des Cyber-Splatter- Queer-Punk-Sci-Fi-Kult-Classics von Angela (Ashley) Hans Scheirl, Dandy Dust, in Wien.

 

 

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[1] In Anlehnung an den Titel der 2003 von Carola Dertnig und Stefanie Seibold im Wiener mumok kuratierten Ausstellung Mothers of Invention – where is Performance coming from?.

[2] Die Performer_innen des ersten Abends kamen dann beim Artist-Talk am zweiten Tag zu Wort.

[3] Es handelt sich um eine der Frauen aus Réunion, die noch in den 1970er-Jahren zwangssterilisiert bzw. deren Babys ohne ihr Wissen oder ihre Einwilligung abgetrieben wurden. Also zu einer Zeit, als Frauen in Frankreich und ganz Europa auf die Straße gingen, um für die Legalisierung der Abtreibung zu demonstrieren. Weil sie nicht Teil der offiziellen Geschichtsschreibung sind, ist es der Künstlerin ein Anliegen, die Geschichten dieser Frauen aus den ehemaligen Kolonien zu erzählen. Nur wenige Wochen nach dem Gerichtsverfahren lancierten französische Feministinnen die Kampagne Wir haben abgetrieben, ohne sich zuvor mit den Frauen aus Réunion zu solidarisieren oder sich öffentlich zu äußern.

[4] The Que_er Reading Ghost Project, brut Wien, Oktober 2018.

 

 

 

 
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