Autodomestication

Krõõt Juurak (EE/AT)
Workshop/Advanced Level
 
© Krõõt Juurak
Krõõt
Juurak

ist Künstlerin und Performerin, deren Arbeiten aus Performances, Präsentationen, Texten, Workshops, Verstimmungen und Konflikten bestehen. Sie studierte Tanz und Choreografie

bei ArtEZ (Arnheim) und erhielt 2003 einen MA für bildende Kunst vom Sandberg Institute (Amsterdam). Krõõt Juurak präsentierte ihre Arbeiten in verschiedenen Formen und an verschiedenen Orten vorwiegend in Europa.

Krõõt Juurak (EE/AT)
Mo26. 
Mär
10.45–13.15 Uhr
TQW Studios

#auto – Selbst – Domestikation, #Selbst-Referenzialität, Auto-Referenz-Realität, automatische (unbewusste?) Domestikation, zum Haustier werden, unbewusstes Selbst – und andere kennenlernen, domestiziert werden, #Haustier, Hausarbeit, Auto-Referenz-Realität Autodomestikation …

Als Performer_in gibst du deinem Publikum etwas, das nicht in materiellen Begriffen gemessen werden kann. In Bezug auf die Tätigkeit, die den kulturellen Inhalt als Endprodukt erschafft, beinhaltet deine Arbeit eine Reihe von Tätigkeiten, die allgemein nicht als Arbeit anerkannt sind – Aktivitäten, die sich mit der Definition und der Fixierung kultureller und künstlerischer Standards, Trends, Geschmacksrichtungen, Normen für Verbraucher_innen und strategisch gesehen mit öffentlicher Meinung befassen. Als Performer_in produzierst du in erster Linie Subjektivität.
Normalerweise liegt der Wert eines/r Künstler_in nicht in dem, was er/sie „tut“, sondern in dem, was er/sie „ist“. Denken wir z. B. an Richard Floridas Beschreibung des Prozesses von Gentrifizierung, der durch die Migration von Künstler_innen und Kreativen ausgelöst wird – Kunstschaffende können sich der Bedeutung ihrer bloßen Präsenz bewusst sein oder nicht, auf globaler Ebene produzieren sie „Ergebnisse“ schlicht durch ihre Existenz.

Das Überleben in der (Performance-)Kunst verlangt nach Kreativität, die über das Erschaffen von Kunstwerken hinausgeht. Tatsächlich verbringt ein/e Performance-Künstler_in 99 Prozent der Zeit abseits der Bühne – als Zuschauer_in, Kritiker_in, Administrator_in, Netzwerker_in, Freund_in, Berater_in, Student_in, Lehrer_in und dergleichen. Sich selbst auf und abseits der Bühne zu erfinden und sich neu zu erfinden, sich an verschiedene Gegebenheiten anzupassen, von einem Projekt zum nächsten zu gehen, von Residency zu Residency zu wandern, voller kreativer Energie zu sein, zu trainieren und sich weiterzubilden – der Weg, um weiterzukommen.

Autodomestication bedeutet, zu werden, wer man ist. Autodomestication ist eine Aufforderung an die Teilnehmer_innen, sich selbst an den entferntesten Rändern der Seele zu kolonisieren, sich in alle Richtungen zu erweitern und nirgends anzukommen. Dies ist das erste Level dieser vielschichtigen Performance, die über die Workshopstunden und -pausen hinausgeht. Unendlich viele Stimmungen, in denen man zweifelt, welche Entscheidung als nächstes getroffen werden soll, zeitbasierte Wege des Seins, Aufmerksamkeitsräume, Autobiografie als Mittel für Spekulation, Aufruhr von Erfahrungen und Emotionen und unübliches Schlussfolgern sind Teil des Workshops. In Autodomestication geht es um dich. Autodomestication ist eine Neuerfindung der Disziplin von Freiheit und Performance. Wenn wir Performance sagen, dann meinen wir „die Leistung eines Staubsaugers“ oder „die Performance eines/r Künstler_in“ sowie Dinge, die in Theatern und Zirkussen passieren.

In diesem Workshop werden wir nichts besprechen, sondern trainieren. Wir werden nicht nachdenken, sondern einfach nur sein. Wir werden uns nicht verändern, sondern bleiben, wer wir sind.

Krõõt
Juurak

ist Künstlerin und Performerin, deren Arbeiten aus Performances, Präsentationen, Texten, Workshops, Verstimmungen und Konflikten bestehen. Sie studierte Tanz und Choreografie

bei ArtEZ (Arnheim) und erhielt 2003 einen MA für bildende Kunst vom Sandberg Institute (Amsterdam). Krõõt Juurak präsentierte ihre Arbeiten in verschiedenen Formen und an verschiedenen Orten vorwiegend in Europa.

 
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